Selbstdisziplin lernen – Der wichtigste Muskel für ein erfolgreiches Leben

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Anfang 2016 stellte ich mir die Frage, wie ich es die letzten Jahre geschafft habe, mein Leben so sehr ins Positive zu verändern. Die Antwort kam mir sofort: Eine starke Selbstdisziplin.

Der Menschen tendiert dazu, das kurzfristige Vergnügen dem vorzuziehen, was für ihn auf lange Sicht die bessere Alternative wäre.

Selbstdisziplin ist die Eigenschaft, die Dinge zu tun, die notwendig sind, dass du deine Ziele erreichst – egal ob du dich im Moment danach fühlst oder nicht.

Viele Erfolgsexperten, wie z.B. Brian Tracy, benennen Selbstdisziplin als die wichtigste Eigenschaft für ein erfülltes und ein erfolgreiches Leben. Mehrere Langzeitstudien bestätigen diese Vermutung.

Wie du Selbstdisziplin lernen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

„Als ich etwas über das Leben großer Menschen las, fand ich heraus, dass der erste Sieg, den sie errangen, der über sich selbst war; Selbstdisziplin war ihnen allen am wichtigsten.“ – Harry S. Truman (ehemaliger amerikanischer Präsident)

In diesem Artikel erfährst du:

  • Warum Selbstdisziplin so wichtig ist
  • Was ein Marshmallow mit Selbstdisziplin zu tun hat
  • Wie Selbstdisziplin funktioniert
  • Wie du deine Selbstdisziplin verbessern kannst
  • 9 Strategien, um zukünftig disziplinierter zu handeln

Selbstdisziplin lernen: Die wichtigsten Punkte im Video

Selbstdisziplin – Die wichtigste Eigenschaft für ein glückliches und erfülltes Leben

Die meisten Menschen entscheiden sich für den Weg des geringsten Widerstandes.

Grundsätzlich spricht erst einmal nichts dagegen. Es wäre dumm, es uns selbst unnötig schwer zu machen. Doch leider ist der Weg des geringsten Widerstandes nicht immer der Beste für uns.

Wählst du den Weg des geringsten Widerstandes bedeutet es, das zu tun, was einfach ist und dir Spaß macht, anstatt dem, was für den Erfolg deiner Ziele wirklich notwendig ist.

Angenommen, dein Ziel ist es abzunehmen: Deinem Ziel näher bringt dich eine gesunde Ernährung und Sport treiben. Kurzfristig ist es jedoch bequemer, eine Pizza in den Ofen zu schieben, sich auf die Couch zu legen und Fernsehen zu schauen. Entscheidest du dich regelmäßig für den Weg des geringsten Widerstandes, wirst du dein Ziel höchstwahrscheinlich nicht erreichen.

Jeder möchte erfolgreich, reich, gesund, schlank und glücklich sein. Übernimmst du die Verantwortung, kannst du dies auch erreichen, jedoch hat alles seinen Preis. Die wenigsten Menschen sind bereit, diesen Preis zu zahlen.

Stattdessen suchen sie nach der Wunderpille. Die Werbung gibt sie uns ständig vor: „Mit nur 2 Stunden Aufwand, pro Woche 10.000 € verdienen!“ oder „In nur 2 Wochen zum definierten Sixpack, ohne Ernährungsumstellung und Sport!“.

Diese Wunderpille gibt es jedoch nicht. Tut mir leid, falls ich dich jetzt enttäuscht habe.

Die sichtbaren Erfolge beruhen alle auf harter Arbeit und Verzicht. Diese harte Arbeit und den Verzicht sehen wir häufig nur nicht.

„Ich habe 30 Jahre gebraucht, um über Nacht berühmt zu werden.“ – Harry Belafonte (amerikanischer Entertainer)

Angenommen du willst dir ein Business aufbauen: Dafür wirst du unzählige Stunden Arbeit investieren und auf vieles verzichten müssen. So wirst du weniger Zeit für deine Freunde, Partner/-in und deine Hobbys haben. Ich habe es schon öfters erlebt und weiß, wovon ich schreibe.

Selbstdisziplin ist also die Eigenschaft, auf gewisse Dinge zu verzichten, weil es etwas gibt, was uns wichtiger ist. Verzichte jetzt auf das Stück Kuchen, um später den ganzen Kuchen zu bekommen.

Jeder definiert Erfolg anders, aber hätte der Mensch immer nur seinen kurzfristigen Bedürfnissen nachgegeben, würden wir noch immer in Höhlen leben.

Was ein Marshmallow mit Selbstdisziplin zu tun hat

Das sogenannte Marshmallow-Experiment war ein Experiment der amerikanischen Stanford University aus den 1970er Jahren. Ausgewählte Kinder im Alter von 4-5 Jahren bekamen ein Marshmallow.

Anschließend wurden sie vor die Wahl gestellt: Sie können diese Süßigkeit jetzt gleich essen, oder sich ein paar Minuten lang gedulden, das Marshmallow nicht essen, um danach noch ein zweites zu bekommen. Danach wurden die Kinder alleine im Raum gelassen. Nach etwa 15 Minuten kam der Betreuer wieder herein und erlöste die Kinder.

Wie das in etwa ablief, kannst du in diesem amüsanten Video sehen:

Die Kinder wurden in einer Langzeitstudie weiter beobachtet. Diese Studie ergab, dass die Kinder, die das Marshmallow nicht gegessen haben, erfolgreicher in ihrem Leben waren. Diese Gruppe hatten als Erwachsene unter anderem:

  • Häufiger einen Uni-Abschluss
  • Sie verdienten später mehr
  • Sie waren schlanker
  • Ihre Beziehungen waren stabiler
  • Sie nahmen weniger Drogen

Hättest du als Kind das Marshmallow gegessen? Ich bin mir sicher, dass ich es sofort gegessen hätte. Heute würde ich mich als diszipliniert bezeichnen, doch das war nicht immer so. Jeder kann Selbstdisziplin lernen.

(Wenn du mehr über das Marshmallow-Experiment wissen möchtest, empfehle ich dir diesen interessanten Artikel bei Zeit Online. Der Artikel zeigt auch deutlich, dass für ein erfülltes Leben mehr notwendig ist, als nur Selbstdisziplin.)

Wie funktioniert Selbstdisziplin?

Stell dir ein großes, mit Wasser gefülltes Gefäß vor. Wenn du zu viel Wasser aus diesem Gefäß entnimmst, ist es nach einer gewissen Zeit leer.

So wie der Inhalt dieses Gefäßes, ist auch unsere Selbstdisziplin begrenzt. Im Laufe des Tages nimmt unsere Selbstdisziplin immer weiter ab: Eine Entscheidung zu treffen, einer Versuchung zu widerstehen oder unangenehme Dinge zu erledigen kostet uns Willenskraft.

Im Optimalfall wird dein Selbstdisziplin-Gefäß jede Nacht wieder bis zum Rand aufgefüllt. Inwieweit es aufgefüllt wird, hängt unter anderem mit der Qualität unseres Schlafes oder unserer Ernährung zusammen.

Schlafen wir schlecht bzw. zu wenig und sind in unserem Leben gestresst, wird dieses Gefäß vielleicht nur bis zur Hälfte gefüllt. Dementsprechend steht uns für den Tag weniger Willenskraft zur Verfügung, so dass wir Versuchungen eher nachgeben.

Wie kannst du Selbstdisziplin trainieren?

Selbstdisziplin kannst du mit einem Muskel vergleichen.

Wie wächst ein Muskel? Indem du ihn trainierst. Genauso verhält es sich mit der Selbstdisziplin:

Du willst deine Selbstdisziplin trainieren? Handle diszipliniert!

Keine Lust trainieren zu gehen? Geh trotzdem!

Du willst nicht mit dem Lernen anfangen? Setz dich hin und fang an!

Du bist auf Diät und hast Lust auf ein Dessert? Verzichte darauf!

Wann immer du dich überwindest eine Sache zu tun, oder einer Versuchung widerstehst, wächst dein Selbstdisziplin-Muskel. Dadurch wird deine Selbstdisziplin mit der Zeit immer stärker.

Jedoch kannst du diesen Muskel auch übertrainieren.

Diesen Fehler habe ich schon zwei Mal gemacht: Ich bin meinen Zielen hinterher gerannt und versuchte, diese zu erzwingen. „Unproduktive“ Dinge, die mir viel Spaß machen, wie mich mit Freunden zu treffen oder Serien zu schauen, habe ich auf ein Minimum reduziert. Dadurch, dass ich zusätzlich mehrmals pro Woche intensiven Sport betrieben habe, stand ich permanent unter Strom. Rückblickend kann ich sagen, dass in beiden Fällen zu einem Burnout nicht mehr viel gefehlt hat.

Habe ich meine Ziele erreicht? Ja. War ich glücklich? Eher weniger. Vielmehr fühlte ich mich ausgebrannt und erschöpft.

Muskeln wachsen nicht in Trainings-, sondern in Ruhephasen.

Sorge für ausreichend Ruhe und tu Dinge, die dir Spaß machen. Ignorierst du deine Bedürfnisse komplett, wird dich das mittelfristig unglücklich machen. Gönn dir etwas und belohne dich. Achte jedoch darauf, dass sich Aufwand und Belohnung im Gleichgewicht halten.

(Für mehr Balance in deinem Leben empfehle ich dir diesen Artikel: Körper, Geist und Seele in Einklang bringen)

9 Tipps für mehr Selbstdisziplin

1. Mach es dir so einfach wie möglich

Wie schaffst du es am leichtesten keine Süßigkeiten zu essen?

Indem du gar keine Süßigkeiten zuhause hast.

Plane dir deine Tage so, dass du mit so wenig Versuchung wie möglich in Kontakt kommst.

So kannst du z.B. deine Sporttasche mit in die Arbeit/Uni nehmen und danach direkt ins Fitnessstudio gehen. Die Chance, dass du wirklich trainieren gehst ist so deutlich höher: Dadurch musst du nicht nochmal nach Hause, um deine Sachen zu holen. So kommst du erst gar nicht in die Versuchung dich „nur mal kurz“ auf die Couch zu legen (siehe Tipp Nr. 2).

2. Bleib in Bewegung

Sobald wir zur Ruhe kommen, fällt es uns oft schwer, wieder aufzuraffen und weiter zu machen. Ziehe deine Aufgabe/-n im Idealfall durch, bevor du dich belohnst. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

3. Fang einfach an!

Die Überwindung ist oft das Schlimmste. Sobald du dich überwunden und angefangen hast, ist es oft recht einfach und kann sogar Spaß machen. Außerdem wirst du dich IMMER gut fühlen, nachdem du dich überwunden hast. Entwickle die Gewohnheit, einfach anzufangen.

4. Erledige das Wichtigste zuerst

Früh am Morgen ist deine Willenskraft am höchsten. Deine Willenskraft nimmt über den Tag immer weiter ab. Sorge dafür, dass du die Dinge, die dir am wichtigsten sind, so früh wie möglich erledigst.

5. Verschwende deine Willenskraft nicht für unnütze Dinge

Es spielt keine Rolle, ob du heute einen Himbeerjoghurt oder einen Erdbeerjoghurt isst.

Ebenso ist es egal, ob dein Steak medium oder medium well zubereitet wird.

Triff eine Entscheidung und entscheide nicht 10x hin und her. Spare deine Willenskraft für die wichtigen Dinge.

6. Entwickle positive Gewohnheiten

Der einfachste Weg um Dinge diszipliniert zu erledigen ist, eine Gewohnheit zu entwickeln.

Um eine Gewohnheit zu entwickeln, führe die gewünschte Tätigkeit im Idealfall täglich aus. Am Anfang wird es dich wohl Überwindung kosten, doch nach 30-60 Tagen sollte sich die neue Gewohnheit entwickelt haben. Nun wird es dich kaum noch bzw. auf jeden Fall weniger Überwindung kosten.

(In diesem Artikel erfährst du ausführlicher, wie du Gewohnheiten ändern und entwickeln kannst)

7. Geh in die Verantwortung gegenüber anderen Leuten

Wir nehmen uns viel vor. Die wenigsten Leute ziehen es jedoch durch.

Oft verarschen wir uns selbst: „Das mach ich morgen“ oder „Es könnte ja regnen, da gehe ich lieber nicht joggen“.

Lege eine Frist fest, bis wann du die Aufgabe erledigt haben willst. Informiere anschließend einen Freund über die Aufgabe und die Frist. Bitte ihn außerdem, dich zu kontrollieren, ob du diese Aufgabe zum Stichtag wirklich erledigt hast.

Das Einbeziehen von anderen Personen führt oft dazu, dass wir die Aufgabe ernster nehmen und wirklich erledigen.

8. Fange klein an

Willst du mit einer neuen Sache beginnen, starte klein.

Angenommen du willst anfangen, regelmäßig zu meditieren. Wenn du dir vornimmst, direkt mit einer Stunde pro Tag zu starten, wirst du es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht durchziehen. Deshalb beginne mit beispielsweise 5 Minuten Meditation pro Tag. Dies kostet deutlich weniger Überwindung als volle 60 Minuten.

5 Minuten entsprechen 0,35% deines Tages. Für diese 5 Minuten wirst du jeden Tag Zeit finden. Nach und nach kannst du die Minuten-Anzahl erhöhen.

9. Verfolgst du deine eigenen Ziele?

Oft sind uns unsere Ziele gar nicht wichtig. Sie wurden uns durch unsere Eltern, unsere Freunde oder die Gesellschaft so lange eingeredet, dass wir denken, es sind unsere eigenen und wir müssen sie unbedingt erreichen. Wenn wir diese Ziele gar nicht wirklich erreichen wollen, geht die Motivation oft flöten.

Wenn du eine Sache von ganzem Herzen willst, wirst du deutlich eher bereit sein, die extra Meile zu gehen. Falls du immer wieder scheiterst, überprüfe, ob dir die Sache wirklich wichtig ist.

Sei gut zu dir!

So diszipliniert wir auch sind, es wird uns trotzdem nicht immer gelingen, alle unsere Vorhaben in die Tat umzusetzen.

So wird die Pizza dem Salat vorgezogen, nicht zum Training gegangen oder wieder zur Zigarette gegriffen, obwohl wir es uns so fest vorgenommen haben.

Mir selbst ist es unzählige Male nicht gelungen, mein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Daraufhin fingen die negativen Gespräche in meinem Kopf an: „Schon wieder gescheitert. Aus dir wird nie etwas werden!“. Dieses Beispiel ist übrigens noch mild…

Nachdem sie mit ihren Vorhaben gescheitert sind, beginnen viele Menschen, sich selbst runter zu machen. Das bringt dir nichts, hör auf damit!

Verurteile dich nicht dafür, wenn du es nicht geschafft hast.

Wenn dein bester Freund so mit dir sprechen würde, wäre er noch dein bester Freund? Wahrscheinlich nicht, also rede selbst auch nicht so mit dir! Sei gut zu dir. Nutze die Zeit lieber produktiv und frage dich, warum du es nicht gemacht hast und vor allem wie du es das nächste Mal anders machen kannst.

In diesem Artikel erfährst du weitere Tipps um dein Selbstwertgefühl zu steigern.

(Wenn du wissen willst, wie du die negativen Gedanken stoppen kannst, empfehle ich dir diesen Artikel von Moritz Bauer, auf seinem Blog www.selbstbewusstsein-stärken.net.)

Selbstdisziplin lernen – Fazit

Selbstdisziplin ist die Fähigkeit, auf kurzfristige Belohnungen zu verzichten, um langfristig eine viel größere Belohnung zu erhalten. Studien sehen mit ihr den größten Zusammenhang für ein erfolgreiches Leben. Willst du dir das Leben deiner Träume erschaffen, wirst du jede Menge Selbstdisziplin aufbringen müssen.

Selbstdisziplin ist eine Fähigkeit, die jeder Mensch lernen kann. Willst du diese Fähigkeit verbessern, trainiere deinen Selbstdisziplin-Muskel und handle diszipliniert.

Nutze die in diesem Artikel vorgestellten Tipps, um es dir so einfach wie möglich zu machen. Sollte es dir nicht gelingen, deine Vorhaben in die Tat umzusetzen, höre auf, dich selbst runter zu machen! Sei gut zu dir. Belohne dich regelmäßig für diszipliniertes Verhalten. Deshalb gönne ich mir jetzt erst einmal ein Marshmallow.

Ich hoffe, dir hat der Artikel gefallen. Über einen Kommentar und/oder das Teilen des Artikels würde ich mich sehr freuen.

2018-12-09T14:00:44+00:00

5 Comments

  1. Muskelaufbau 1. Mai 2018 um 15:49 Uhr - Antworten

    Klasse! Endlich mal jemand der weiß wovon er redet! Toller Beitrag, Dankeschön! 🙂

  2. Muskelaufbau Blog 7. Juli 2018 um 20:15 Uhr - Antworten

    Mir gefällt dein Blog wirklich richtig gut! Ich hoffe es kommen noch viele neue informative Beiträge! 🙂

  3. Miggset 23. November 2018 um 11:54 Uhr - Antworten

    Vielen lieben Dank für diesen Artikel.
    Mal gucken ob ich dies nun endlich hinbekomme. Vor allem der Schlussteil mit der eigenen Vergebung und Akzeptanz macht mir deutlich mehr Mut es immee wieder zu versuchen.

    • Andreas 26. November 2018 um 11:20 Uhr - Antworten

      Sehr gerne 🙂
      Gehe in deinen Schritten und gib nicht auf. Dann wirst du auf jeden Fall irgendwann ankommen

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